Home / Vitalstoffe / Mikronährstoffe
Mikronährstoffe
Damit dein Körper reibungslos funktioniert, braucht er neben den Makronährstoffen eine Vielzahl an Mikronährstoffen wie Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente.
Vor allem Mineralstoffe spielen eine essenzielle Rolle für den Schutz und die Reparatur unserer DNA. Ein Mangel kann die DNA-Stabilität beeinträchtigen und zu Schäden führen, die mit vorzeitiger Alterung und verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden.

Mikronährstoffe: kleine Helfer, große Wirkung
Mikronährstoffe sind die unsichtbaren Helden unseres Körpers. Kleine, aber unverzichtbare Stoffe, die unser gesamtes Wohlbefinden beeinflussen. Sie steuern zahlreiche biochemische Prozesse: vom Zellwachstum über die Reparatur von Geweben bis hin zur Unterstützung unseres Immunsystems.
Doch obwohl eine ausgewogene Ernährung die Basis für eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen bildet, reicht sie heutzutage oft nicht mehr aus, um den individuellen Bedarf vollständig zu decken. Nährstoffverluste durch industrielle Verarbeitung, denaturierte Böden und persönliche Lebensumstände wie Stress oder gesundheitliche Einschränkungen erschweren es, den Körper optimal zu versorgen. Hier kann eine gezielte Supplementierung helfen, den eigenen Bedarf nach einem individuellen Plan zu decken.
Auch Allergiker oder Menschen mit Unverträglichkeiten können durch Einschränkungen in der Ernährung bestimmte Mikronährstoffe nicht in ausreichender Menge aufnehmen und profitieren von einer gut abgestimmten Nahrungsergänzung.
Mikronährstoffe werden in drei Kategorien unterteilt:
01. Vitamine
Vitamine sind organische Verbindungen, die für zahlreiche lebenswichtige Funktionen im Körper entscheidend sind. Sie regulieren biochemische Prozesse und wirken als Co-Faktoren bei enzymatischen Reaktionen, die den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen steuern. Darüber hinaus unterstützen sie das Immunsystem, fördern die Zellregeneration und sind unerlässlich für den Energiestoffwechsel.
Die folgenden Vitamine sind für den Körper essentiell und mit Ausnahme von Vitamin-D kann unser Körper diese nicht selbst herstellen. Daher ist es notwendig, sie entweder über die Nahrung oder, falls erforderlich, durch Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen:
-
Vitamin A
Ist wichtig für die Gesundheit der Augen, das Immunsystem und die Haut. Es spielt auch eine Rolle bei der Zellentwicklung und der Reproduktion.
-
B-Vitamine
Die B-Vitamine, einschließlich B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Pantothensäure), B6 (Pyridoxin), B7 (Biotin), B9 (Folsäure) und B12 (Cobalamin), sind entscheidend für den Energiestoffwechsel, die Funktion des Nervensystems, die Bildung roter Blutkörperchen und die DNA-Synthese. Sie spielen auch eine Schlüsselrolle im Methylkreislauf, einem wichtigen biochemischen Prozess, der für die Regulation der Genaktivität sowie den Stoffwechsel von Hormonen und Neurotransmittern erforderlich ist.
-
Vitamin C
Ein starkes Antioxidans, das das Immunsystem stärkt, die Wundheilung fördert, die Eisenaufnahme verbessert und die Kollagenproduktion unterstützt.
-
Vitamin D
Wesentlich für die Aufnahme von Kalzium und Phosphor aus der Nahrung, was für starke Knochen und Zähne wichtig ist. Es spielt auch eine Rolle bei der Regulation des Immunsystems und der Stimmung.
-
Vitamin E
Ein weiteres Antioxidans, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Es ist wichtig für die Hautgesundheit, die DNA-Synthese und die Funktion des Immunsystems.
-
Vitamin K
Entscheidend für die Blutgerinnung, die Knochengesundheit und der Bildung von Blutgefäßen.
Diese Vitamine sind für eine Vielzahl von Körperfunktionen unerlässlich und sollten regelmäßig über die Ernährung und bei Bedarf über Ergänzungsmittel aufgenommen werden, um einen optimalen Gesundheitszustand zu gewährleisten.
Gut zu wissen
-
Die Vitamine A, D, E und K werden als fettlösliche Vitamine bezeichnet, weil sie Fett benötigen, um vom Körper absorbiert und verwendet zu werden. Das bedeutet, dass sie zusammen mit fettreichen Lebensmitteln eingenommen werden müssen, damit der Körper sie effizient aufnehmen kann. Fettlösliche Vitamine werden im Fettgewebe und in der Leber gespeichert und können bei Bedarf aus den Speichern freigesetzt werden.
-
Es ist wichtig, bei der Ergänzung von B-Vitaminen die bereits methylierten Formen von Vitamin B12 (Methylcobalamin) und Folsäure (5-Methyltetrahydrofolat) zu wählen. Diese Formen unterstützen den Methylkreislauf direkt und können somit effektiver vom Körper genutzt werden.
-
Vitamin C sollte in Form von esterifiziertem Vitamin C zugeführt werden. Diese Art von Vitamin C wird langsamer im Körper freigesetzt als herkömmliches Vitamin C. Dadurch bleibt das Vitamin C länger im Blutkreislauf und wird kontinuierlicher an die Zellen abgegeben, was zu einer stabileren Vitamin-C Versorung beitragen kann. Zudem gilt es als magenfreundlicher und besser verträglich.
-
Es ist wichtig, eine ausgewogene Zufuhr von Vitaminen sicherzustellen, da sowohl ein Mangel als auch eine Überdosierung gesundheitliche Risiken mit sich bringen können. Eine Überversorgung, insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K, kann zu toxischen Effekten führen und gesundheitliche Probleme verursachen. Daher ist es ratsam, dass du Vitaminpräparate nicht einfach nach dem „Trial-and-Error“-Prinzip supplementierst, sondern idealerweise anhand eines Bluttests oder einer anderen Testmethode deinen individuellen Vitaminbedarf ermittelst.
02. Mineralstoffe
Mineralstoffe sind anorganische Substanzen, die für viele physiologische Prozesse im Körper notwendig sind. Zu den wichtigsten Mineralstoffen gehören Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium, Phosphor und Chlorid.
Die empfohlene Tagesdosis für Mineralstoffe kann je nach persönlichen Bedürfnissen und Lebensumständen unterschiedlich sein. Eine angemessene Zufuhr von Mineralstoffen ist entscheidend für deine Gesundheit, doch eine Überdosierung kann unerwünschte negative Effekte mit sich bringen.
Daher ist es wichtig, sowohl auf eine ausreichende als auch auf eine ausgewogene Zufuhr zu achten. Du erreichst die besten Ergebnisse durch eine vielfältige Ernährung, ergänzt mit gezielter Supplementierung. Um sicherzustellen, dass du individuell richtig supplementierst und auf der sicheren Seite bist, können verschiedene Tests herangezogen werden, um festzustellen, welche Mineralstoffe dir fehlen.
Kalzium
-
Gute Quellen sind Milchprodukte, grünes Blattgemüse und Mandeln.
-
Kalzium ist essenziell für starke Knochen und Zähne. Es spielt auch eine Rolle bei der Muskelkontraktion, der Blutgerinnung und der Signalübertragung in Nervenzellen. Ein Mangel an Kalzium kann zu Osteoporose und Knochenschwäche führen.
-
Zu viel Kalzium kann zu Nierensteinen und einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen. Es kann auch die Aufnahme anderer Mineralstoffe wie Eisen und Zink stören.
Magnesium
-
Magnesium findest du in Nüssen, Samen und Vollkornprodukten
-
Magnesium ist an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt, unterstützt die Muskel- und Nervenfunktion, die Energieproduktion sowie die Regulation des Blutzuckerspiegels und des Blutdrucks. Ein Magnesiumdefizit kann zu Muskelkrämpfen und Müdigkeit führen.
-
Eine zu hohe Aufnahme von Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln kann zu Durchfall, Übelkeit und sogar zu Herzrhythmusstörungen führen.
Natrium
-
Natriumquellen sind Kochsalz und verarbeitete Lebensmittel.
-
Natrium ist ein wichtiges Elektrolyt, das für die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts und die Regulierung des Blutdrucks entscheidend ist. Ein Natriummangel ist selten, kann aber zu Muskelkrämpfen führen.
-
Übermäßiger Salzkonsum ist mit Bluthochdruck und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.
Kalium
-
Kaliumreiche Lebensmittel sind Bananen, Kartoffeln und Hülsenfrüchte.
-
Kalium ist unerlässlich für die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts, die Muskelkontraktion und die Nervenfunktion. Es hilft, den Blutdruck zu regulieren und schützt vor den schädlichen Auswirkungen von überschüssigem Natrium.
-
Zu viel Kalium kann bei Menschen mit Nierenproblemen zu Herzrhythmusstörungen und anderen schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen.
Phosphor
-
Phosphor ist in Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Nüssen enthalten.
-
Es ist wichtig für die Knochengesundheit und die Energieproduktion in Form von ATP (Adenosintriphosphat). Phosphormangel kann zu Knochenschwäche führen.
-
Eine übermäßige Zufuhr von Phosphor kann bei Menschen mit Nierenproblemen zu Knochenschwäche und Gefäßverkalkungen führen.
Chlorid
-
Chlorid findet sich hauptsächlich in Kochsalz und Meeresfrüchten.
-
Chlorid ist ein Elektrolyt, der für die Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts und die Regulation des Wasserhaushalts im Körper unerlässlich ist.
-
Übermäßige Mengen können das Gleichgewicht der Körperflüssigkeiten stören und zu Bluthochdruck beitragen.
03. Spurenelemente
Mineralstoffe, die nur in sehr geringen Mengen im Körper benötigt werden, aber für grundlegende biologische Funktionen unerlässlich sind, werden als Spurenelemente bezeichnet. Essentielle Spurenelemente müssen über die Nahrung aufgenommen werden, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann:
-
Chrom
Spielt eine Rolle bei der Regulation des Blutzuckerspiegels, indem es die Insulinempfindlichkeit erhöht und den Glukosestoffwechsel unterstützt.
-
Eisen
Entscheidend für den Transport von Sauerstoff im Blut und der Bildung von Hämoglobin, einem Bestandteil der roten Blutkörperchen.
-
Jod
Ein wesentlicher Bestandteil von Schilddrüsenhormonen, die den Stoffwechsel regulieren und eine normale Wachstums- und Entwicklungsfunktion unterstützen.
-
Kupfer
An der Bildung von roten Blutkörperchen beteiligt und spielt eine Rolle bei der Energieproduktion, der Bindegewebsbildung und der Funktion des Nervensystems.
-
Mangan
Wichtig für die Knochengesundheit, die Bildung von Bindegewebe und die Funktion von Enzymen, die an der antioxidativen Abwehr beteiligt sind.
-
Molybdän
An der Aktivierung von Enzymen beteiligt, die beim Abbau von Aminosäuren und anderen Stoffwechselprozessen eine Rolle spielt.
-
Selen
Ein starkes Antioxidans, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt und eine wichtige Rolle bei der Schilddrüsenfunktion und der Immunabwehr spielt.
-
Zink
Ein wichtiger Bestandteil von Enzymen und Proteinen und spielt eine Rolle bei der Immunfunktion, der Wundheilung und dem Zellwachstum.
Individuelle Versorgung mit Spurenelementen
Gerade bei Spurenelementen ist nicht nur die Menge entscheidend, sondern auch ihre Bioverfügbarkeit und das Zusammenspiel untereinander. Einige Spurenelemente beeinflussen sich gegenseitig in der Aufnahme, wie zum Beispiel Zink und Kupfer oder Eisen und Calcium. Auch Stress, hormonelle Veränderungen und chronische Belastungen können den Bedarf an bestimmten Spurenelementen deutlich erhöhen.
Aus diesem Grund ist eine pauschale Supplementierung oft wenig sinnvoll. Stattdessen empfiehlt sich ein individueller, testbasierter Ansatz, um gezielt jene Spurenelemente zu ergänzen, die der Körper tatsächlich benötigt, und mögliche Ungleichgewichte zu vermeiden.
Grenzfälle & Sonderrollen
-
Fluorid
Fluorid wird häufig im Zusammenhang mit Zahngesundheit genannt, erfüllt jedoch keine lebensnotwendigen Funktionen im Körper und gilt daher nicht als essentielles Spurenelement. Sein Nutzen beschränkt sich auf die lokale Wirkung am Zahnschmelz. Bei höherer oder langfristiger Aufnahme kann Fluorid problematisch sein, weshalb ich keine Supplementierung empfehle. Im gegenteil, persönlich verwende ich prinzipiell nur fluorid-freie Zahncreme.
-
Kobalt
Kobalt spielt im Körper keine eigenständige Rolle als Spurenelement, sondern ist vor allem als Bestandteil von Vitamin B12 (Cobalamin relevant). Seine Bedeutung entfaltet sich somit ausschließlich über eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung. Eine gezielte Supplementierung von Kobalt ist nicht sinnvoll.
-
Nickel
Nickel zählt nicht zu den essentiellen Spurenelementen und ist für den menschlichen Stoffwechsel nicht notwendig. In sehr geringen Mengen kommt es natürlicherweise in Lebensmitteln vor und ist für gesunde Menschen in der Regel unproblematisch. Eine gezielte Supplementierung ist nicht erforderlich.
-
Silizium
Silizium gilt derzeit noch nicht offiziell als essentielles Spurenelement, wird jedoch zunehmend im Zusammenhang mit Bindegewebe, Haut, Haaren, Nägeln und Knochen diskutiert. Es steht in Verbindung mit der Kollagenstruktur und der Gewebestabilität. Gerade im Kontext von Healthy Aging und hormonellen Veränderungen, etwa in der Perimenopause, kann Silizium eine unterstützende Rolle spielen, auch wenn es bislang nicht als essentiell eingestuft ist.
Mikronährstoffe kurz zusammengefasst
Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind essenziell für Zellschutz, Stoffwechsel, Hormonbalance, Immunsystem und epigenetische Regulation. Sie steuern zahlreiche biochemische Prozesse und beeinflussen, wie gut der Körper mit Stress, hormonellen Veränderungen und Alterungsprozessen umgehen kann.
Trotz ausgewogener Ernährung kann der individuelle Bedarf durch Stress, Umweltfaktoren, eingeschränkte Nährstoffaufnahme oder hormonelle Umbrüche, insbesondere in der Perimenopause, erhöht sein. Entscheidend sind dabei nicht nur Menge, sondern Bioverfügbarkeit, Wechselwirkungen und persönliche Voraussetzungen. Ein testbasierter, individueller Ansatz hilft, gezielt jene Mikronährstoffe zu ergänzen, die der Körper tatsächlich benötigt, und Ungleichgewichte zu vermeiden.

"Mikronährstoffmängel beschleunigen
das Altern."
Dr. Bruce Ames (Professor für Biochemie und molekulare Biologie)
